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Machtpolitik statt Sachpolitik
Hardegser GroKo verhindert Farbvielfalt
Hardegsen, Wohnprojekt „Wohnen am Bürgerpark“
In seiner Sitzung am 19.06.2019 wurden vom Investor und dessen Architekt die Vorstellung der Farbvarianten bei dem umstrittenen Wohnprojekt „Wohnen am Bürgerpark“, vorgestellt.
Wir erinnern uns: Das Projekt war sehr umstritten. Aber schließlich sollten alle Häuser einen dunklen Sockel aus Verblendsteinen erhalten und einheitlich weiß verputzt werden. Eine nicht gerade fantasiereiche Farbgestaltung.
Nach einer Besichtigung des Projektes und Anregungen der Ausschußmitglieder, wurde in der anschließenden Sitzung eine sachliche Diskussion über die Farbvarianten geführt.
Am Ende wurde eine Variante bevorzugt, jedoch mit der Maßgabe, daß die Farben insgesamt durch einige Nuancen heller werden sollen. Bis auf eine Enthaltung durch das Ausschußmitglied Wolf (SPD) haben alle anwesenden Mitglieder, einschließlich Mitglieder der GroKo, für die Farbgestaltung gestimmt und so dem nachfolgendem VA und dem Rat empfohlen.
In der Ratssitzung am 24.06. stellte die GroKo (SPD/CDU), eine Mehrheitsgruppe im Hardegser Rat, den Antrag, alles so zu belassen wie seinerzeit mehrheitlich beschlossen. Also Steinsockel und fantasieloses Weiß. Mit diesem Antrag wurden die Ausschußmitglieder, der Bürgermeister und die Öffentlichkeit überrascht. Die Begründung war fadenscheinig: Es soll alles so bleiben wie vor Monaten beschlossen, so u.a. die Herren Scholz und Wolf von der SPD.
Meiner Meinung nach ist eine Entwurfsplanung eines Bauprojekt kein auf ewig in Stein gemeißeltes Gesetz. Daß während der Bauphase noch mal über Farbgestaltung oder sonstiger kleiner Änderungen nachgedacht wird um das Projekt zu verschönern, ist nichts Ungewöhnliches. In diesem Fall sollte sich die Farbgestaltung auch der näheren Nachbarschaft anpassen.
Ein Appell des Ausschußvorsitzenden Block, noch mal darüber nachzudenken und die Arbeit des Fachausschusses anzuerkennen und zu würdigen, interessierte nicht und stieß auf Betonköpfe.
Selbst Mitglieder des Fachausschusses votierten bei der Abstimmung gegen ihre eigene Empfehlung.
„Da können wir die Fachausschüsse gleich abschaffen“, so mehrere Ratsmitglieder. In der Tat wurde hier die Arbeit eines Fachausschusses mit Füßen getreten.
Auffällig bei diesem Gebaren ist, daß dieses Verhalten schon öfter vorgekommen ist. Da drängt sich der Verdacht auf, daß Mitglieder in diesem Ausschuß ihre eigene Meinung vertreten aber bei der entscheidenden Sitzung des Rates einen Maulkorb bekommen.
Auffällig ist auch, daß dieses Verhalten nur bei ganz bestimmten Themen vorkommt.
Nein, hier ging es nicht um die Sache sondern ganz allein um zu zeigen wer der Herr im Haus ist.
Was wäre sonst daran so schlimm gewesen, der Empfehlung des Ausschusses zu folgen.
Hat Hardegsen solche Politiker verdient? Wen soll man da noch wählen? Die Politikverdrossenheit nimmt so nicht ab.
Ich kann ja verstehen, daß in den Köpfen einiger Parteien der Frust über die aktuellen Umfragewerte steckt, aber darf das in der Kommunalpolitik eine Rolle spielen. Hier ist Sachpolitik und keine Machtpolitik gefragt. Frei gewählte Mandatsträger müssen die Freiheit haben, eigene Meinungen zu vertreten und nicht durch Machtspielchen mit Fraktionszwang die 5 Jahre absitzen.
Ich erinnere an das Engagement der GroKo, einen Kinderspielplatz in den Bürgerpark zu verlegen. Oder an die überflüssige Bürgerbefragung bzgl. der Straßenausbaubeiträge, die dem Hardegser Steuerzahler mehr als 20.000,- € kostet. Mal sehen was noch kommt.
Alles das werden wir vor der nächsten Kommunalwahl in Erinnerung bringen.
Kurt Schumacher
Mitglied im Rat der Stadt Hardegsen
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